Spiritusblog

»… daß euer Geist nicht mit euerer Lage verarme« (Jean Paul)

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Umzug des Blogs

Den aktuellen Mitgliedern des Spirituskreises wird es wohl bereits bekannt sein, alle anderen seien hiermit auf den Umzug des offiziellen Weblogs des Spirituskreises von texlabyrinthe.de nach http://spiritusblog.com hingewiesen. Der Anfangspost auf dieser Seite machte es bereits deutlich: das Labyrinth kennt viele Ein- und Ausgänge, und noch mehr Querverbindungen. Die Vernetzung der Texte online legt echte Ausgänge, wie jedes gute Labyrinth, nicht wirklich nahe. In diesem Sinne endet hier auch nichts, sondern geht einfach dort […]

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Carl Schmitt I: Das Freund-Feind-Kriterium, die Ehre und die „Erde“

Zur Plausibilisierung der umstrittenden Reduktion „des Politischen“ auf die bekannte „Begriffsbestimmung im Sinne eines Kriteriums, nicht als erschöpfende Definition oder Inhaltsangabe“ (CS, BdP, 26), also auf die „Unterscheidung von Freund und Feind“ wurden zwei Texte herangezogen, die sich, so die Vermutung, zu dieser Unterscheidung sinnvoll in Beziehung setzen lassen. Hannah Arendt rechtfertigt am Schluß ihres Berichts Eichmann in Jerusalem die für den Angeklagten verhängte Todesstrafe (Martin Buber hatte für die […]

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Theorie(-) und Ideologiekritik

I Der Begriff der „Weltanschauung“ oder Welt-Theorie (theoria = Anschauung) ist ein in sich widersprüchlicher Begriff. Aus der ungünstigen Kombination mit einem Weltbegriffs, d.h. eines differenzlosen Allbegriffs, neigen derartige ‚Theorien‘ dazu, ihre eigene Kontingenz und Positionalität mit einer zur Alternativlosigkeit stilisierten Differenzlosigkeit der Welt selbst zu verwechseln oder ganz zu vergessen. Mir scheint jedoch, das Problem liegt tiefer (oder flacher, kommt darauf an). Noch vor der Differenzlosigkeit ist es eine […]

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GWFH GdPdR 10: Die „Gediegenheit“ des Helden, oder: Ist Heroismus „dämlich“?

Hegels abschließende Bemerkung zum § 118, wo darauf hingewiesen wird, daß das „heroische Selbstbewußtsein“ (wie es in den griechischen Tragödien, z.B. von Ödipus vorgeführt wird) keinen Unterschied zwischen Tat und Handlung, also zwischen Vorsatz und Folgen, macht, wurde gestern dahingehend interpretiert, daß Hegel damit eine Haltung denunzieren möchte, die auch wir nicht anders als schlicht „dämlich“ bezeichnen könnten. Die „Gediegenheit“, mit der Hegel diese Haltung charakterisiert und die dazu führt, […]

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GWFH GdPdR 9: Absolutes Zueignungsrecht oder Widerstand der Materie: Hegel vs. Latour

„Ungefähr“ das hatte ich gemeint: als Gegenkommentar zu Hegels idealistischer Allmachtphantasie der Person (§ 44: „absolutes Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen“) müßte man sich mal den da viel „zurückhaltenderen“ künstlerischen Zugang zur Welt anschauen, so wie er exemplarisch in einer gestrigen Ausstellungsrezension in der FAZ zu Katharina Grosse (in Düsseldorf) zum Ausdruck kommt. Wohl nicht zufällig wird da ja auch das „objektbezogene Denken“ von Bruno Latour erwähnt. Ich bin […]

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Inszenierung sozialer Fassungslosigkeit

Als Nachtrag zur Seminardiskussion über die Masse als „soziale Fassungslosigkeit“ namentlich des Individuums (Joseph Vogl) im Kontext der Problemgeschichte medialer Ereignisse hier die von mir zunächst mündlich improvisierte These zur Inszenierbarkeit solcher Verluste sozialer Fassung: Entscheidend sind vier Kontextbedingungen: (1) allmähliche Destruktion der öffentlichen Ordnung durch Unterlassung (ein erwartbarer Rechtsbruch wird unerwartet nicht geahndet: ein Brand nicht gelöscht, ein Schlägertrupp nicht aus dem Verkehr gezogen, ein Überfall nicht verhindert, etc.) im Sinne einer Gewöhnung an […]

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GWFH GdPdR 8: Schon wieder: das Tier (als idealistisch philosophierendes)

Der folgende Passus aus dem Zusatz zu § 44, in dem das „absolute Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen“ postuliert wird (ein Postulat, mit dem heutige Ökologen als Vertreter einer „anti-anthropozentrischen, holistischen Umweltethik“ allergrößte Schwierigkeiten hätten), erinnert an Adornos Raubtier-Beispiel aus der Negativen Dialektik (vgl. dazu TWA 2): Der freie Wille ist somit der Idealismus, der die Dinge nicht, wie sie sind, für an und für sich hält, während der […]

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