Spiritusblog

»… daß euer Geist nicht mit euerer Lage verarme« (Jean Paul)

Blog

 

  • J. Vogl Ia: Nochmal zu Robinson bei Marx

    21. März 2020 von

    Da die Antwort auf die Rückfrage von C. Aglibut etwas länger ausfällt, diese hier nicht als „Kommentar“, sondern als eigener Beitrag. Ich habe bisher vier Stellen bei Marx identifiziert, in denen auf „Robinson“ Bezug genommen wird, und muß in der Tat meine Einschätzung etwas revidieren.

  • J. Vogl I: Ethnologische Anti-Ökonomik

    1. März 2020 von

    Von Joachim Landkammer Joseph Vogl beginnt das Vorwort seiner 2002 das erste Mal erschienenen Habilitationsschrift Kalkül und Leidenschaft. Poetik des ökonomischen Menschen* (dessen Lektüre und Diskussion der Spirituskreis sich in diesem Frühling 2020 widmen wird) mit einer auf M. Mead und K. Polanyi gestützten Beschreibung der Lebenswelt eines Einwohners von Papua-Neuguinea.

  • Was Menschen können (werden)

    12. Februar 2020 von

    Zur Podiumsdiskussion „Künstliche Intelligenz als Apokalypse?“ mit Jan Söffner, Hans Ulrich Gumbrecht und Sam Ginn (11.2.2020)* Von Joachim Landkammer Aus dem großen Reservoir an möglichen Stellungnahmen und Einwänden zu dieser Diskussion sei zunächst nur dieser eine Punkt ausgewählt: Sam Ginn, der hochdotierte forsche Start-Up-Gründerstar, meinte, die Lächerlichkeit unserer Vorstellung, den Rechnern und der „künstlichen Intelligenz“ etwas voraus haben zu können, damit illustrieren zu können, daß er behauptet, wir hätten bisher… Weiterlesen

  • Zuschreibungen, Missverständnisse. Überlegungen zu „Kunst und Gewalt“.

    11. Februar 2020 von

    von Anna Staab In funktional differenzierten Gesellschaften delegitimieren Zuschreibungen von Gewalt ein Verhalten ebenso wie die Person, der es zugeschrieben wird. Wer gewalttätig wird, kann nicht „im Recht“ sein (es sei denn, sie oder er handelt in der Rolle einer oder eines Exekutiven des Rechts selbst). Der Delegitimierung lässt sich (vorläufig) über diese Rolle (Monopolisierung von Gewalt beim Staat), der Personalisierung neben dem Verweis auf die Rolle auch über den… Weiterlesen

  • Nochmal zur Bamberger „Geste der Völkerverständigung“ in China

    6. Dezember 2019 von

    Von Joachim Landkammer Hartmut Welscher hat unter dem Titel „Rote Sonne, schöne Bilder. Deutsche Orchester auf Asientournee“ den hier im Blog geschilderten und mehrfach kommentierten Vorgang in seinem Online-Magazin VAN aufgegriffen, allerdings nur als Texteinstieg und Aufhänger. So richtig das von seiner Überschrift ja bereits angedeutete Anliegen sein mag, sich auch einmal über die ökologische („nachhaltige“) Sinnhaftigkeit von Orchester-Fernreisen Gedanken zu machen, so sehr verkürzt und relativiert es das musikpolitische… Weiterlesen

  • Mangelnder Zugriff auf die Lebenswelt – Exkursion ins Literaturarchiv Marbach

    20. November 2019 von

    Von Jana Schmitz Eine Exkursion, die zu zwei Dritteln aus Weg besteht. Der Blick aus dem Fenster, die steilste Zugstrecke Deutschlands und die Suche nach Nahrung zwischen Süßen und Kuchen. Haben Philosophen Angst nicht anzukommen? Es scheint so. Bis Ravensburg fahren wir 40 km/h. Wir passieren zwei gestörte Zugübergänge und ein falsch gespraytes Antifa Symbol. Auf der Anzeige leuchtet: 08.03.2000. Einige von uns sind noch nicht geboren. Fünf Stunden Anreise… Weiterlesen

  • „Völkerverständigung“ im Geiste Maos – Die Bamberger Symphoniker fallen in China auf die Knie

    12. November 2019 von

    Von Joachim Landkammer Was ist der Sinn der sog. „klassischen“ Hochkultur, sofern sie nicht zum unreflektiert weitergeschleppten Traditionsgut konservativer Modernitätsverweigerer oder zum teuren Renommierobjekt einer privilegierten Schicht und ihrer eitlen Distinktionsbedürfnisse verkommen ist? Doch wohl einzig der, den allerhöchsten Perfektions- und Qualitätsanspruch all dessen, was zum Kanon des Klassischen und zu dessen strengen Produktions- und Rezeptionsvoraussetzungen gehört, auch mit einem strengen Vorbehalt gegen alles halbseidene, unechte, dilettantisch-kompromißlerische Außer- und Nichtkünstlerische… Weiterlesen

  • Blumenberg V: Sprachsituation und immanente Poetik

    16. Oktober 2019 von

    Am Anfang des 2012 neu herausgegebenen Nachlaß-Texts „Quellen“ nennt Blumenberg zwei in der Geschichte begegnende „Grundformen“ von „Ordnungsrufen“: „ad res“ und „ad fontes“. Der erste Ruf, der ein (Zurück) „Zu den Sachen“ fordert, „bindet sich an die „Disjunktion von Sachen und Worten, Wirklichkeit und bloßer Rede, Realismus und Rhetorik“ (9). Wir kennen diese philosophiegeschichtlich u.a. mit Husserl verbundene Maxime („Wir wollen auf die ‚Sachen selbst‘ zurückgehen“ heißt es 1900 in… Weiterlesen

  • Mit Behörden reden – Formularreplik mit Morgenstern (I)

    9. Oktober 2019 von

    Work in progress – 1. Lieferung Die Behörde Korf erhält vom Polizeibüro ein geharnischt Formular, wer er sei und wie und wo. Welchen Orts er bis anheute war, welchen Stands und überhaupt, wo geboren, Tag und Jahr. Ob ihm überhaupt erlaubt, hier zu leben und zu welchem Zweck, wieviel Geld er hat und was er glaubt. Umgekehrten Falls man ihn vom Fleck in Arrest verführen würde, und drunter steht: Borowsky,… Weiterlesen

  • Blumenberg IV: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans

    8. Oktober 2019 von

    Ich stelle hier nur eine kurze Zusammenfassung zur Diskussion. Der Text schließt direkt an den Nachahmungs-Aufsatz an; hier wird ab S. 60 die Idee wiederholt, daß gegenüber einer Welt, verstanden als durch einen göttlichen Willen realisierte Schöpfung, auch der Künstler zum Schöpfer eines mit diese Welt konkurrierenden Nach-Schöpfers wird, der sie allerdings nicht mehr idealisieren und optimieren kann (und darf), sondern ihr im Roman „eine Welt“ als „weltebenbürtiges“ Werk an… Weiterlesen

Alle Beiträge ansehen