Eigenzeiten, innerhalb/außerhalb

Joachim Landkammer

Man nimmt sich, man bekommt (Dank an die Töpfer-Stiftung) „eine Woche Zeit“ – bzw., präziser, drei Tage Zeit, mit einer langen abendlich-nächtlichen Einleitung. Die Zeit soll genutzt werden für das, was auch dauerndes Thema war: Interaktion unter Anwesenden. Weiterlesen

Die Zeitung von gestern (12)

Der Schlachtruf der Solidarität – Dietmar Daths Beschwörung der linken Weltformel (3.11.2017)

Joachim Landkammer

Er hat es wieder getan. Er durfte es wieder tun. Ab und zu darf der Salon- und Feuilleton-Kommunist der FAZ, Dietmar Dath, nicht nur über Pop- und Rockmusik, sondern auch mal über seine eigentlichen, über richtige Themen schreiben, also über das Böse und das Gute, also über die Bösen und die Guten, also darüber, was „für die Welt wahrhaftig besser“ wäre, und wie das mit der wahren Linken einmal war und wie es mit ihr eigentlich sein sollte. Das ist ganz nett zu lesen (Dath ist feinsinniger Literat und Autor vieler Romane), läßt aber doch den/die um Verständnis und Einsicht bemühte/n LeserIn stark irritiert zurück. Weiterlesen

Des Teufels philosophierender Advokat. Warum man die AfD in der politischen Debatte nicht braucht

Joachim Landkammer

Der Theorieblog.de berichtet über die Debatte, die sich im Nachgang zur Einladung des AfD-Politikers Marc Jongen zur Konferenz „Crises of Democracy: Thinking in Dark Times“, die 12./13.10. am „Hannah Arendt Center for Politics and Humanities“ am Bard College, New York entsponnen hat: eine Reihe von ProfessorInnen (darunter Seyla Benhabib, Judith Butler, Rainer Forst, Axel Honneth u.a.) haben gegen diese Einladung in einem Offenen Brief an den Leiter des Centers, Roger Berkowitz, protestiert. Weiterlesen

Kleine Kant-Schriften III: Pflichten- oder Tierethik?

Joachim Landkammer

Kants 1793 in der „Berlinischen Monatsschrift“ (neun Jahre zuvor war dort auch „Was ist Aufklärung?“ erschienen) publizierte Abhandlung „Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ ist Teil seiner sich länger hinziehenden Auseinandersetzung mit dem „Popularphilosophen“ Christian Garve. Weiterlesen

Trübe Tübinger Tütenwahrheiten. Zu Boris Palmers Auftritt bei „Seekult“*

Joachim Landkammer

*Der Kommentar nimmt Bezug auf eine als „Podiumsdiskussion“ (und zunächst mit anderen Gesprächspartnern) angekündigte Veranstaltung im Rahmen des studentisch organisierten Kulturfestivals „Seekult“ 13./14.10.2017 in der Kulturcaserne im Fallenbrunnen, Friedrichshafen.

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Kleine Kant-Schriften II: Was ist das „Bedürfnis der Vernunft“?

Joachim Landkammer

In dem kurzen Essay „Was heißt: sich im Denken orientieren?“ (1786), der als Kants „Beitrag zum Pantheismus-Streit“ (1785ff.) geführt wird – in dem der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi nachweisen wollte, daß der Spinozismus aufgrund seines rationalistischen Pantheismus‘ zum Atheismus führen muß (was Spinoza-nahe Intellektuelle wie Lessing, Goethe, Herder, Mendelssohn hochgradig beunruhigen und diskreditieren sollte) – positioniert sich Kant, nach wiederholter Aufforderung, doch zu der Debatte Stellung zu nehmen, zwischen den beiden Fronten: Weiterlesen

Kleine Kant-Schriften I: Die anti-heroische Geschichtsphilosophie der Aufklärung

Joachim Landkammer

Es scheint durchaus sinnvoll, Kants Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht VOR der Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (beide aus dem Jahr 1784) zu lesen, wie im Spirituskreis geschehen. Denn auch die Aufklärungsschrift hat deutliche Bezüge zum optimistischen Fortschrittsglauben von Kants Geschichtsphilosophie. Weiterlesen